Neapels Kreislauf

Deutsche_in_Neapel

Ein schwarzhaariger Kopf taucht plötzlich im Türrahmen auf. Von meinem Schreibtisch sehe ich zunächst die lockigen Haare, dann die schwarze Hornbrille, ein Lächeln. Tobias Böhner, Referendar aus Augsburg besucht das Goethe-Institut. Seine Freundin Mirjam (Foto) arbeitet hier. Tobias war bisher noch nie in Neapel.
Was, Dein erstes Mal? Na, wie ist denn Neapel?
Unglaublich lebhaft (lacht). Es ist immer viel los. Aber Neapel ist auch eine Stadt von großen Kontrasten. Zwischen dem Trubel in der Via Toledo und der Stille an der Uferpromenade. Essen gehen ist sehr günstig. Zum Beispiel Pizza zum Mitnehmen. Das hätte ich nicht gedacht!
Und Neapel hat einen ganz eigenen Rhythmus. Fast zyklisch. Wie z.B. die Geschäfte auf- und zumachen. Es gibt auch bestimmte Wochentage, an denen die Geschäfte schließen. In Deutschland ist es nicht so. Ich hatte das Gefühl, es ist ein bestimmter Kreislauf, der die Stadt füllt und wieder leert.
Was würdest Du einem neuen Besucher vermitteln?
Es ist sehr angenehm, im November Neapel zu besuchen. Es gibt nicht zu viele Touristen. Die Stadt ist nicht so überlaufen. Ischia ist ein schönes Erlebnis. Man sollte sich auf jeden Fall einen Tag nehmen, zum Beispiel um dort zu wandern.
Erzählst du uns noch eine Wahrnehmung, vielleicht etwas Schräges, das Dir aufgefallen ist?
Ja, der Geruch nach Hundekacke. Man hat den Eindruck, extrem viele Hunde sind hier unterwegs.